Ostwind. An Energie gewinnen.

Wald-Windpark Schiederhof wächst weiter

27.08.2021

OSTWIND kündigt Baubeginn für dritte Anlage in Wiesenfelden an

Die in Regensburg beheimatete OSTWIND Erneuerbare Energien GmbH (OEE) hat heute den Baubeginn für den Windpark Schiederhof II im Landkreis Straubing-Bogen bekannt gegeben. Ab kommender Woche werden die ersten Wege- und Erdbaumaßnahmen für die dann dritte Windkraftanlage im Waxenberger Forst auf Flächen des Fürstenhauses Thurn und Taxis vorgenommen. Erstmals kommen bei dem Projekt die Anrainer-Gemeinden in den Genuss der mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 eingeführten finanziellen Beteiligung von Kommunen an Windenergieanlagen.

Von der Neuregelung können Gemeinden 20 Jahre lang profitieren, wenn sie innerhalb eines Umkreises von 2.500 m um eine neue Windenergieanlage liegen. Im Fall des Wald-Windparks Schiederhof betrifft dies Wiesenfelden, Wörth an der Donau und Rettenbach. Sie können – aufgeteilt nach dem jeweiligen Flächenanteil – mit 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Windstrom rechnen, was sich beim Windpark Schiederhof auf jährlich etwa 14.500,- € summieren dürfte.

Engagierte Kommunen werden belohnt
"Wir begrüßen es sehr, dass die Kommunen im unmittelbaren Umfeld einer Windanlage jetzt direkt und nachhaltig an deren Ertrag teilhaben können", so OEE-Geschäftsführer Stefan Bachmaier. "Regionen, die sich für eine klimafreundliche Energiewende einsetzen, sollen dafür auch belohnt werden. Das war so bisher nicht möglich", erläuterte Bachmaier. Er erhofft sich davon neuen Schwung für die Erneuerbaren Energien und mehr Rückhalt vor Ort. "Ohne einen deutlich verstärkten Ausbau gerade der Windenergie werden wir die Klimaziele in Bayern nicht schaffen", mahnte er.

Wiesenfelden in der Vorreiterrolle
Positiv sieht die Entwicklung auch Andreas Urban, Bürgermeister der Standortgemeinde Wiesenfelden. „Die Windräder tragen einen sehr großen Teil dazu bei, für Wiesenfelden eine CO2-freie Energieversorgung zu erreichen. Wir haben an dieser Stelle eine gewisse Vorreiterrolle im Landkreis", zeigte sich Urban zufrieden. Es sei sogar geplant, dass sich die Gemeinde und weitere Kommunen im Landkreis mittels einer Bürgerenergiegenossenschaft an der dritten Anlage beteiligen. Der Bürgermeister nimmt derzeit eine positive Grundstimmung in der Bevölkerung wahr. "Gut möglich, dass weitere größere Projekte mit Erneuerbaren Energien und speziell auch mit Windkraft im Freistaat Bayern akzeptiert werden", so Urban.

Moderne Windtechnik auf höchstem Niveau
Der neue Wald-Windpark Schiederhof II ergänzt den schon bestehenden und zwei Anlagen umfassenden Windpark Schiederhof mit einer Vestas-V150-Anlage, die eine Nabenhöhe von 125 m, einen Rotordurchmesser von 150 m und eine Leistung von 4,2 Megawatt aufweist. Damit lassen sich pro Jahr über 7 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen und rechnerisch etwa 2.400 Haushalte mit CO2-freiem Strom versorgen. Aufgrund der Funkstation in Bogenroith waren mehr als drei Windenergieanlagen nicht genehmigungsfähig.

Ökologischer Waldumbau inklusive
Thurn und Taxis Forst, Deutschlands größte private Waldbesitzerin und Flächeneigentümerin des Windstandorts im Waxenberger Forst, zeigt sich mit dem neuen Windprojekt ebenfalls zufrieden. "Unser Fürstenhaus ist ein großer Befürworter von erneuerbaren Energien an Land. Daher sind wir erfreut, mit der zur Verfügung gestellten Fläche am Schiederhof den Bau eines weiteren Windrads in Bayern mitzugestalten", erläuterte Raoul Kreienmeier, Betriebsleiter Thurn und Taxis Forst.

"Bei der Auswahl des Standorts war es uns ein Anliegen, Natur- und Artenschutz im Blick zu behalten und den Wald als solchen zu erhalten. Nicht vermeidbare Eingriffe werden an Ort und Stelle ökologisch wertvoll ausgeglichen", so Kreienmeier. Die dafür vorgesehenen waldbaulichen Maßnahmen beinhalten unter anderem die Entwicklung eines Sumpfwaldes auf ca. einem Hektar Fläche. Außerdem wurden wie auch im ersten Bauabschnitt wieder ganz besonders die Bedürfnisse einer der kleinsten Waldbewohnerinnen, nämlich der Haselmaus berücksichtigt. Schon bei der Planung des Projekts achtete OSTWIND zudem darauf, die Rodungsfläche wo immer möglich zu minimieren sowie bestehende Forstwege und schon vorhandene Montageflächen des ersten Bauabschnitts wieder zu nutzen.

Baubeginn in der letzten August-Woche
Inzwischen sind alle Vorarbeiten abgeschlossen und in den nächsten Tagen kann OSTWIND mit dem Erd- und Wegebau für das Projekt beginnen. Im Oktober und November folgt das Fundament. Die eigentliche Errichtung der Windenergieanlage selbst ist ab dem zweiten Quartal 2022 vorgesehen, die Inbetriebnahme dann im dritten Quartal. Schon vorab bittet OSTWIND um Verständnis für Beeinträchtigungen während der Bauphase.

Daten und Fakten zum Windpark Schiederhof II

  • Projektplanung und -realisierung: OSTWIND Erneuerbare Energien GmbH, Regensburg
  • Flächenbereitstellung: Thurn und Taxis Forst GmbH & Co. KG, Regensburg
  • Windenergieanlage: 1 Vestas V150, Leistung: 4,2 MW
  • Nabenhöhe: 125 m, Rotordurchmesser: 150 m
  • CO2-Einsparung: 4.800 t pro Jahr, Ökostrom für 2.400 Haushalte
  • Flächenbedarf: ca. 0,4 ha dauerhaft und 0,16 ha temporär
  • Ökologischer Waldumbau: Ausgleich des Rodungseingriffs durch waldbauliche Maßnahmen
  • Ersatzzahlung an Bayerischen Naturschutzfonds: 120.000,- €
zurück