Ostwind. An Energie gewinnen.

Sonne und Wind ergänzen sich ideal - auch unternehmerisch

OEE-Geschäftsführer Stefan Bachmaier im Gespräch

17.02.2022

Interview mit Stefan Bachmaier, Geschäftsführer der OSTWIND Erneuerbare Energien (OEE)

Herr Bachmaier, was war der Grund für OSTWIND, auch in das Tätigkeitsfeld der solaren Projektentwicklung einzusteigen?
Die Entwicklungen im Solarbereich haben die Photovoltaik technologisch erwachsen und mit stetig sinkenden Kosten wirtschaftlich tragfähig gemacht. Sonne und Wind ergänzen sich als erneuerbare Energiequellen ausgesprochen gut und sind darüber hinaus das Rückgrat für zukünftige Energielösungen, an denen wir mitarbeiten wollen. Sie ergänzen sich aber auch unternehmerisch ideal, weil sich die  Abläufe der Projektentwicklung und des Projektmanagements für Sonne und Wind doch sehr ähneln. Wir sind allerdings nicht neu in dieses Feld eingestiegen, sondern haben unser Know-how aus früheren PV-Projekten quasi wiederbelebt.

In welchem Zeitraum hatten Sie schon mit Photovoltaik zu tun und weswegen wurde das Feld damals wieder ruhen gelassen?
OSTWIND war etwa zehn Jahre lang bis 2012 im Solarbereich aktiv. Der Rückzug erfolgte vor dem Hintergrund des damals aufblühenden Windmarktes. Aus Kapazitätsgründen haben wir uns auf diesen Bereich konzentriert und den anderen zurückgestellt. Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, um mit zusätzlich mobilisierten Ressourcen den PV-Markt wieder zu bedienen.

Gab es dabei unerwartete Hürden?
Nein, eigentlich nicht. Es sind die üblichen Hürden, auf die die Energiewende an verschiedenen Stellen immer wieder trifft – etwa in der Akzeptanzfrage bei zunehmendem Ausbau oder mit unnötigen Zeitverzögerungen beim Netzanschluss.

Was ist gleich, was ist anders in der Projektentwicklung für PV und Windenergie?
Im praktischen Projektverlauf ähneln sich Wind und Sonne sowohl firmenintern wie auch extern in der fachlichen Zusammenarbeit mit Gemeinden, Banken, FlächeneigentümerInnen oder Genehmigungsbehörden. Ansonsten ist der PV-Markt sehr viel kleinteiliger und geprägt von mehr AkteurInnen als die Windbranche. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in der deutlich kürzeren Planungs- und Entwicklungszeit für PV-Projekte. Während bei Wind gerne mal fünf bis sieben Jahre bis zur Realisierung ins Land ziehen, können wir bei unseren PV-Projekten in weniger als 18 Monaten mit einem ersten Satzungsbeschluss rechnen. Ganz unterschiedlich fällt deshalb auch der Vergleich in Sachen Risiko, bei den Investitionskosten und in der Rendite aus, die allesamt für die Windenergie deutlich höher anzusetzen sind.

Welche solaren Märkte sind im Moment für Sie interessant?
Wir konzentrieren uns in der OSTWIND-Gruppe auf Frankreich und Deutschland, weil die Energie hier unmittelbar und stark nachgefragt wird. Wir freuen uns deshalb auch über die mit der neuen Bundesregierung einhergehende Aufbruchstimmung. Bei Stromgestehungskosten um die 5 Cent/kWh können wir mit der Photovoltaik viel zur nötigen Energiewende beitragen.

Wie ist die Konkurrenz zu den schon bestehenden SolarplanerInnen?
Es macht keinen Unterschied für den Wettbewerb, wie lange jemand schon im Markt mitmischt. Insgesamt gibt es in Deutschland genug Arbeit und Potenziale für alle PV-AkteurInnen.

Wollen Sie das weiter forcieren oder hoffen Sie, dass sich der Bereich der Windkraft jetzt wieder vergrößert?
Unser Schwerpunkt ist der Wind – nicht zuletzt, weil es die flächeneffektivste erneuerbare Energie darstellt. Sie hat darüber hinaus einen immensen Aufholbedarf nach der politisch begründeten Flaute der vergangenen Jahre. Dennoch werden Solarprojekte Teil unserer Arbeit bleiben und in den nächsten Jahren sicher noch zunehmen. Interessant erscheint mir, zukünftig Wind und Sonne in dezentralen Kombikraftwerken mit Speichertechnik und grünem Wasserstoff zusammenzubringen. Die Verzahnung all dieser Technologien, die aus klimafreundlichen Energiequellen gespeist werden, führt am Ende zu einer Verstetigung des volatil erzeugten Stroms aus Wind und Sonne. Das ist unser großes Ziel.

Das Interview führte die Journalistin Daniela Becker.

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