Ostwind. An Energie gewinnen.

Runter vom fossilen Berg

Foto: Florian Hammerich

Erneuerbar statt fossil! Wie es geht, zeigt unser Windpark Cottbus. Foto: Jan Oelker

19.12.2022

Prof. Dr. Michael Sterner über Mythen und Fake News in der Energiewende - und wie man ihnen begegnet

Kohle, Öl und Gas haben unseren Fortschritt befeuert und uns viel Mühe und Arbeit erspart – vor allem auf den Feldern. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal einen Traktor sehen. Aber wir wissen mittlerweile sicher, dass der damit verbundene Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen die Fenster der Atmosphäre für die Wärmestrahlung der Erde schließt und uns in die Klimakrise geführt hat. Wir haben einen Berg von CO2-Emissionen aufgebaut, von dem wir schleunigst wieder runter müssen. Aber keine Angst, die Lösungen sind längst da.

Das fossile Zeitalter wird ein Fingerschnipsen in der Menschheitsgeschichte bleiben.

Wir hatten über Jahrtausende eine 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung. Diese ist auch heute wieder technisch möglich, ökologisch das Gebot der Stunde und ökonomisch günstiger als die fossile, atomare Version unserer Welt – selbst wenn die externen Kosten wie Gesundheits- und Umweltschäden der Nutzung von Atomkraft, Kohle, Öl und Gas nicht eingerechnet werden.

Wir haben seit Beginn der Zivilisation primär erneuerbare Energie genutzt: Holz zum Heizen und Kochen. Das war unser größter Primärenergieträger – und er ist es nach wie vor in 60 bis 70 Ländern der Welt. Ähnlich lange nutzen wir die Solarenergie für Trocknungsprozesse. Die Wasserkraft kam hinzu zum Getreidemahlen, ebenso die Windenergie. Die Windkraft war auch die Antriebsenergie für Segelschiffe quer durch die Welt. Es gäbe kein »Great Britain« oder »United Kingdom« ohne die Windkraft.

Mit der Entwicklung der Dampfmaschine auf Basis fossiler Kohle startete die industrielle Revolution. Wir gingen durch ein Kohlezeitalter, das seinen Höhepunkt um etwa 1900 hatte, als viele Häuser und Fabriken Kohleschlote hatten. Fast alles lief mit Kohle: auch Loks und Schiffe. Mit der Erfindung der Verbrennungsmotoren, der zunehmenden Erschließung von Ölquellen und dem Aufbau des Tankstellennetzes gingen wir zur Ölwirtschaft über. Nach den Weltkriegen war die Kernenergie en vogue, genauso wie Erdgas immer mehr erschlossen wurde. Immer mehr fossile Energie, immer mehr Emissionen. Stetig steigend. Wir wissen seit langem, dass wir von diesem fossilen Emissionsberg wieder runter müssen. Wenn wir alles Öl und Gas förderten und jede Kohle ausgräben und verbrannten, dann landeten wir im Nirvana, und die Erde würde allein ohne uns weitermachen. Es ist an der Zeit, zu erneuerbaren Energien wie Holz, Wind und Sonne zurückzukehren.

"Ja, aber Windräder sind nicht schön anzusehen." Welch ein Luxusproblem!

Unsere Energieversorgung war über Jahrtausende oberirdisch: Das knisternde Holz zum Kochen und Heizen kam aus den Wäldern und Nahrung für die Pferde von den Feldern. Wind, Sonne und die Wasserkraft wurden ebenso genutzt. Seit der industriellen Revolution wurde die Energieversorgung größtenteils unterirdisch, denn die in der Natur gespeicherten Energieträger wie Kohle, Gas und Öl befinden sich weitgehend außerhalb unserer Sichtweite.

Das wird sich nun zwangsläufig ändern, nicht weil der fossile Tresor schon leer würde (das tut er allerdings auch über kurz oder lang), sondern weil der damit verbundene CO2-Ausstoß unsere Lebenswelt bedroht. Die Energieversorgung wird damit wieder oberirdisch – und erneuerbar wie früher, allerdings auf einem ganz anderen Niveau. Heute nutzen wir viel mehr Energie als vor der industriellen Revolution, als diese nur selten und lokal an natürliche Grenzen stieß.

Daher lautet das erste Gebot der Stunde Energieeffizienz. Was wir nicht verbrauchen, muss nicht erzeugt werden.

Für den verbleibenden Energiebedarf sind die erneuerbaren Potenziale mehr als ausreichend: Allein die Nutzung von 2 Prozent unserer Landesfläche für Windkraft kann weit über 50 Prozent unseres Strombedarfs in Deutschland decken. Wir werden in Zukunft also überall Wind- und Solaranlagen sehen. Und wer das nicht möchte und keine bezahlbare, technisch machbare und gesellschaftlich akzeptierte Alternative nennen kann, der sollte auf Strom verzichten, kein Handy mehr laden, keinen Kühlschrank mehr nutzen und nicht mehr tanken oder im Supermarkt einkaufen.

Aus "So retten wir das Klima - Wie wir uns unabhängig von Kohle, Öl und Gas machen" von Prof. Dr. Michael Sterner

Hier gibt es mehr Infos zum Buch.

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