Ostwind. An Energie gewinnen.

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Zwei Wälder, zwei Windparks und eine Vision!

27.10.2017

Bayerns größter Wald-Windpark geht mit feierlicher Eröffnung offiziell in Betrieb

Mit einer Festrede von Helmut Brunner, dem Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, wurde heute Bayerns größter Wald-Windpark an der Grenze von Mittelfranken und Oberbayern, offiziell in Betrieb genommen. Für die Max Bögl OSTWIND GmbH (MBO) als Initiatorin des Vorhabens, stellt es ein Leuchtturmprojekt der dezentralen Energiewende dar: Auch im Süden Deutschlands kann die Windenergie erfolgreich genutzt werden – und zwar in großem Stil und mit signifikantem Ertrag.

Das neue Wald-Windprojekt, größtenteils auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten gelegen, umfasst den Windpark Reichertshüll im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Gemeinde Raitenbuch, mit 11 Nordex-Anlagen und den Windpark Workerszeller Forst im Landkreis Eichstätt, Gemeinde Schernfeld, mit 5 Nordex-Anlagen  – zusammen „ein einzigartiges Gemeinschaftswerk, das zwei benachbarte Gemeinden, Landkreise und Regierungsbezirke in der Umsetzung der regionalen Energiewende vereint“, wie MBO-Geschäftsführer Dr. Rolf Bungart bei der Eröffnung hervorhob.

Signal für ein erneuerbares Bayern

„Mit den hier realisierten Windkraftanlagen entsteht ein moderner und leistungsstarker Park, der die Region zukünftig mit sauberer Energie versorgt und damit ein positives Signal für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern setzt“, betonte dabei MBO-Geschäftsführer Michael Bögl. Denn immerhin erzeugt der neue Wald-Windpark pro Jahr rund 107 Millionen kWh und versorgt damit rechnerisch über 38.000 Haushalte mit klimafreundlichem Öko-Strom. Das entspricht etwa 40 Prozent der Haushalte der beiden Landkreise.

Bedauerlich, so MBO-Geschäftsführer Jörg Zinner, dass das zu den größten Erneuerbaren-Energien-Kraftwerken des Landes zählende Vorhaben mit seinen insgesamt 16 Anlagen und 53 MW Leistung voraussichtlich auch – aufgrund der 10H-Regelung und des neuen EEG 2017 – für absehbare Zeit das letzte bayerische Windprojekt dieser Dimension bleibe. „Beide Regelungen sorgen dafür, dass eine signifikante Nutzung der Windenergie derzeit leider nicht mehr möglich ist. Beides gehört deshalb nochmals auf den Prüfstand“, appellierte Zinner.

Wald-Windpark im Herzen Bayerns

Der neue Wald-Windpark im Herzen Bayerns gilt aufgrund seiner einzigartigen Lage mitten in einem großen geschlossenen Waldgebiet für die Nutzung der Windkraft als geradezu prädestiniert und stößt vor Ort auf positive Akzeptanz. Auch die Planung, Genehmigung und Realisierung des Windprojekts haben gezeigt, dass es möglich ist, den Wald für die Windkraft im Einklang mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes zu nutzen.

Mit dem Bau des Windparks einher ging nämlich ein umfangreiches Begleitprogramm an ökologischen Ausgleichsmaßnahmen und Ersatzzahlungen: Pro Anlage wurden rund 170.000,- € in Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen investiert.

Starker Rückhalt aus der Region

Angesichts der hohen Komplexität und langen Dauer des Genehmigungsverfahrens dankten die MBO-Geschäftsführer den beiden Landräten Gerhard Wägemann (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) und Anton Knapp (Lkr. Eichstätt) „für den Mut, im Spannungsfeld von Energiewende und Naturschutz die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Entstanden sei daraus ein überregional ausstrahlendes Vorzeigeprojekt dafür, dass Wind und Wald zwei ideale Partner im Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und Klimaschutz sind.

Auch die Standortgemeinden Raitenbuch mit Bürgermeister Josef Dengler an der Spitze sowie Schernfeld mit Bürgermeister Ludwig Mayinger hatten das Projekt von Anfang an unterstützt –verbunden mit der klaren Ansage, dass sich die Kommunen selbst mit ihren Bürgerinnen und Bürgern daran beteiligen können.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Für OSTWIND ist der neue Wald-Windpark das zehnte Projekt auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten, auf denen das Unternehmen damit insgesamt 41 Anlagen mit 120 MW Leistung realisieren konnte. Die Kooperation steht für ein gemeinsames Grundverständnis: Windkraft im Wald bedeutet Nachhaltigkeit und Klimaschutz im doppelten Sinn – zur gleichen Zeit auf der gleichen Fläche.

 

Daten und Fakten rund um den Windpark Reichertshüll

  • Projektrealisierung: Max Bögl OSTWIND GmbH (MBO); Projektplanung: OSTWIND
  • Flächenbereitstellung: Bayerische Staatsforsten AöR (15), Stadt Weißenburg (1)
  • Gesamtinvestition: 100 Mio. EUR; Ertrag: 107 Mio. kWh/Jahr
  • Strom für 38.500 Haushalte, CO2-Einsparung: 85.500 t
  • Ökol. Ausgleichsmaßnahmen und -zahlungen: 2.728 TEURO netto = 170,5 TEURO pro WEA
  • Gesamtfläche Workerszeller Forst: 731 ha, Raitenbucher Forst: 1.234 ha
  • Dauerhafte Flächeninanspruchnahme gemäß LPB: 5,85 ha, temporär 6,45 ha
  • Wiederaufforstung gemäß LPB: 4,3 ha, Schaffung Hutewald: 3,48 ha
  • Mit den Windparks Reichertshüll und Workerszeller Forst können knapp 40 % aller Haushalte in den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Eichstätt mit sauberem Strom versorgt werden.

PROJEKTSTECKBRIEF REICHERTSHÜLL

  • Windkraftanlagen: 11 Nordex N131, Leistung pro Anlage: 3,3 MW
  • Nabenhöhe: 134 m, Rotordurchmesser: 131 m
  • CO2-Einsparung: 60.500 t/a, Versorgte Haushalte: 27.500

PROJEKTSTECKBRIEF WORKERSZELL

  • Windkraftanlagen: 5 Nordex N131, Leistung pro Anlage: 3,3 MW
  • Nabenhöhe: 134 m, Rotordurchmesser: 131 m
  • CO2-Einsparung: 25.000 t/a, Versorgte Haushalte: 11.000
 
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