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Windkraft schließt drohende Stromlücke in Bayern

16.04.2019

BWE Bayern nimmt Stellung zu Söder-Kretschmann-Brief an Bundeskanzlerin Merkel

Der bayerische Landesverband des Bundesverbands WindEnergie (BWE) hat zu der aus Politik und Wirtschaft geäußerten Befürchtung Stellung genommen, dass Bayern mit dem Ausstieg aus der Atomenergie eine Strom- und Versorgungslücke drohe, die es zügig zu schließen gelte.

So hatte zuletzt Ministerpräsident Markus Söder in einem gemeinsam mit dem badenwürttembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann formulierten und an Bundeskanzlerin Angela Merkel adressierten Brief „auch für den Süden und die Länder Baden-Württemberg und Bayern eine nachhaltige energiepolitische Perspektive“ gefordert. Söder warnt darin, – wie auch der Verband der bayerischen Wirtschaft (VBW) – , dass mit dem Wegfall der Kernenergie und der Kohleverstromung eine Versorgungslücke drohe.

Aus Sicht des BWE Bayern mahnt Söder deswegen zu Recht an, dass die im Koalitionsvertrag vorgesehene regionale Steuerung bei den Erneuerbaren sowie der vorgesehene Mindestanteil über alle Erzeugungsarten südlich des Netzengpasses zeitnah gesetzlich umgesetzt werden müssten.

Richtig sei aber auch, so der BWE Bayern in seiner Stellungnahme, dass die Staatsregierung es bislang selbst versäumt habe, ein überzeugendes Konzept für eine erneuerbare Energiewende im Freistaat vorzulegen und den Anteil an regenerativen Energien in Bayern entsprechend ihrem tatsächlichen Potenzial auszubauen. „Energiepolitisch hat also nicht nur der Bund Nachholbedarf," kritisiert der stellvertretende BWE-Landesvorsitzende Bernd Wust.

Insbesondere die Windenergie als – neben der Photovoltaik – größter und wichtigster Baustein iner CO2-freien Stromversorgung ist mit Einführung der 10H-Regelung seit 2014 systematisch zurückgefahren worden – bis heute auf nahezu Null. Hätte man stattdessen die Entwicklung der Jahre 2013 und 2014 fortgesetzt, würde man in Bayern bereits im Jahr 2022 jährlich rund 7 Terrawattstunden zusätzlichen Windstrom erzeugen. Dies entspricht einem Drittel der Jahresproduktion der beiden Atomkraftwerke, die Ende 2021 (Gundremmingen C) und Ende 2022 (ISAR 2) endgültig vom Netz gehen.

Die von Söder nun geforderten Gaskraftwerke können nach Meinung des BWE Bayern hingegen nicht mehr als eine Übergangstechnologie sein. Langfristig würden sie nicht für eine klimafreundliche CO2-freie Stromerzeugung taugen und Bayern von Gasimporten abhängig machen. „Preislich sind neue Gaskraftwerke mit Gestehungskosten von 8 bis 10 Cent/kWh gegenüber modernen Windenergieanlagen auch in Bayern nicht konkurrenzfähig“, rechnet Wust vor, „erst recht nicht bei weiter steigenden CO2-Preisen.“ Eine adäquate CO2-Bepreisung sei jedoch klimapolitisch unausweichlich.

In einem aktuellen Maßnahmenpapier, das der BWE Bayern für den von Staatsminister Aiwanger initiierten Energiegipfel erarbeitet hat, sieht der Branchenverband den Bedarf an einem jährlichen Windenergie-Zubau bis 2030 im Bereich von 1,2 – 1,3 Gigawatt Leistung im Süden Deutschlands, um den nationalen Energie- und Klimazielen gerecht zu werden.

„Auf Basis der aktuellen Anlagentechnologie entspricht dies für Bayern einem Zubau von landesweit bis zu 140 Windenergieanlagen pro Jahr beziehungsweise von gerade einmal 2 Windenergieanlagen pro Landkreis und Jahr“, erläutert Wust. Wenn Bayern diese Flächen nicht bereitstelle, werde der geforderte Mindestanteil an Windausbau im Süden verpuffen. „Und ohne diesen Ausbau der Windkraft wird eine preiswerte, klimaverträgliche und sichere Energie
versorgung Bayerns künftig nicht möglich sein.“, heißt es in der BWE-Stellungnahme abschließend.

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