Ostwind. An Energie gewinnen.

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Ein Energiegipfel von unten

31.07.2017

Klima-Expertin Claudia Kemfert wirbt in Regensburg für eine „Energiewende, die auch Spaß macht“

Sie gilt als eine der profiliertesten Wirtschaftswissenschaftlerinnen für Energie und Klimaschutz in Deutschland und weiß wovon sie redet – wenn es sein muss, sogar zwei Stunden lang, um wirklich alle Fragen des interessierten Publikums en Detail zu beantworten. So auch am vergangenen Donnerstag, als Prof. Claudia Kemfert vom DIW in Berlin auf Einladung des Bündnisses für Atomausstieg und erneuerbare Energien (BüfA) und der OSTWIND-Gruppe nach Regensburg gekommen war.

Dezentrale Energiewende

Dabei forderte sie anlässlich der Vorstellung ihres neuen Buches („Das fossile Imperium schlägt zurück“) die „Rückkehr zu einer dezentralen Energiewende“ ein. „Ich will die politische Diskussion um unsere Energiezukunft gerade jetzt befeuern“, zeigte sich Kemfert vor den rund 300 ZuhörerInnen im Antonius-Haus kämpferisch,„weil es Zeit zur Gegenwehr ist.“ Warum das aus ihrer Sicht so ist, belegte die Energie-Ökonomin beispielhaft an drei Themenbereichen. Demnach zementiere der Ausbau der Hochspannungsleitungen, wie er jetzt von Bundesregierung und Netzagentur angelegt ist, eine zentralistische Versorgungsstruktur, in der die Stromgewinnung aus fossilen Quellen auf lange Sicht eine tragende Rolle spielen würde.

Die alten Energien werden nicht kampflos aufgeben

„Die alten Energien und die Klimaskeptiker gehen nicht kampflos vom Feld“, warnte Kemfert. Das werde im Moment auch in der Auseinandersetzung um den Dieselmotor in der Autobranche augenfällig. Der zu hohe Stickoxidausstoß der Diesel-Autos und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgeschäden seien seit Jahren bekannt – und noch immer würden sich Politik und Industrie gegen eine nachhaltige Verkehrswende sperren. „Wir könnten enorm vom Einstieg in die E-Mobilität profitieren!“, rechnete die Ökonomin vor, „doch leider halten wir hier ebenfalls zulange am Alten fest.“

Wirtschaftliche Chancen der Wende 

Schließlich hob Claudia Kemfert einmal mehr die wirtschaftlichen Chancen einer dezentralen Energiewende für die Regionen und Kommunen hervor. Der Ausstieg aus der Atomenergie und der regenerative Umbau unseres Energiesystems sei bislang „von unten“ getragen worden, betonte die Wissenschaftlerin, die dabei Bürgerinnen und Bürger, mittelständische Unternehmen sowie Gemeinden und Städte als die zentralen Akteure sieht. Gern griff sie an dieser Stelle auch den Vorschlag aus dem Auditorium auf, dass es nicht zuletzt um eine Energiewende gehe, „die auch Spaß macht“.

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