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EEG-Umlage

28.10.2016

Warum kommt der kostengünstige, grüne Strom nicht bei den EndkundInnen an? Erneuerbare Energien werden immer günstiger: Eine Kilowattstunde Solarstrom gibt es bei großen Anlagen schon für 8 Cent, Windstrom für noch weniger. Doch warum steigen die Strompreise trotzdem weiter?

Zusammenhang EEG-Umlage und Börsenstrompreis

Mit der EEG-Umlage wird der Unterschied zwischen der Vergütung für Biogas-, PV- und Windanlagen einerseits und dem Preis an der Strombörse andrerseits ausgeglichen. Sinkende Preise an der Strombörse führen folglich zu höherem EEG-Aufwand und höheren EEG-Umlagen. Doch: Die Summe aus Strombörsenpreis und EEG-Kosten je Kilowattstunde ist seit vielen Jahren annähernd konstant.

 „EEG-Umlage und Börsenstrompreis müssen als Paket zu betrachtet werden. Beide bilden gewissermaßen den Basispreis für Strom, der nach wie vor niedriger ist als im Jahr 2014“, erklärt auch Hermann Albers, der Präsident des Bundesverband Windenergie (BWE). Es zeige sich, dass viele AnbieterInnen die gesunkenen Börsenstrompreise nicht an die EndkundInnen weitergeben, gleichzeitig aber Preiserhöhungen dreist mit Verweis auf die gestiegene EEG-Umlage rechtfertigen.

Börsenstrompreis sinkt, die Stromkosten nicht – Warum?

Seit 2008 ist der Börsenstrompreis um fast zwei Drittel gesunken. Zum einen liegt die Absenkung an den niedrigen Beschaffungskosten für Öl-, Gas- und Kohle sowie zweitens am viel zu niedrigen CO2-Preis. Insbesondere BetreiberInnen von Kohlekraftwerken können sich mit Billig-Zertifikaten eindecken und so den von ihnen produzierten Strom zu niedrigen Preisen an der Strombörse verkaufen. Dadurch ist die Stromerzeugung aus Braunkohle auf einen der höchsten Stände seit der Wende gestiegen. Die Folge davon ist, dass die Stromexporte steigen und Braunkohle weiterhin die Netze verstopft. Außerdem finanzieren immer weniger Unternehmen das EEG-Konto mit. Im Jahr 2016 wurden mehr als 2100 Unternehmen mit rund 5 Milliarden Euro subventioniert. Privathaushalte müssen diese Subventionierungen mittragen. Durch eine Einpreisung der Umweltkosten könnte die EEG-Umlage erheblich gesenkt werden.

Förderkosten für Windkraft an Land

Den aktuellen Prognosen zufolge betragen die reinen Förderkosten für Windenergie an Land im kommenden Jahr 0,42 Cent je kWh – und damit nur 1,4 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsstroms (siehe Grafik). Für einen Drei-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh bedeutet dies, dass er mit ungefähr 1,23 EUR im Monat bzw. 14,70 EUR im Jahr dazu beiträgt, die Gewinnung sauberen Windstroms in Deutschland zu ermöglichen. Diesem geringen Kostenanteil steht ein deutliches Plus an Leistung gegenüber. Denn die bisherige Förderung der Windenergie an Land trug dazu bei, dass die Branche innerhalb nur weniger Jahre einen technologischen Fortschritt meistern konnte, der sie heute fast 15 Prozent am deutschen Strombedarf stemmen lässt.

Warum sind sinkende Stromkosten wichtig für die Energiewende?

Die Stromsteuer nimmt schon lang keine ökologische Lenkungswirkung mehr ein, vielmehr wird die dringend notwendige Vernetzung des Energiesektors mit Elektromobilität dadurch blockiert. Ein 2030 ohne Verbrennungsmotoren wird es nur geben, wenn sich die höheren Anschaffungskosten für Elektroautos durch den kostengünstigen Betrieb ausgleichen. Die aktuellen Strompreise ketten die VerbraucherInnen an Diesel und Benzin.

Ein guter Ansatz wäre es folglich die Stromsteuer in eine CO2-Bepreisung umzuwandeln.

Tipp: Für KundInnen mit steigenden Stromtarifen lohnt sich oft ein AnbieterInnenwechsel. Grünstrom kann günstiger sein als der Grundversorger / die Grundversorgerin.

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