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Deutscher Ökostrom soll Frankreich vor Blackout schützen

14.11.2016

In mindestens 18 französischen AKW wurden Teile verbaut, die die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Nun soll deutscher Ökostrom Frankreich über den Winter retten.

In mindestens 18 der 58 französischen Atomreaktoren wurden direkt im Reaktordruckbehälter Teile verbaut, die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Sie werden gerade auf Anordnung der Sicherheitsbehörde überprüft, über ein Dutzend von ihnen ist nicht am Netz, im Dezember und Januar sollen vier weitere Blöcke folgen. Ob und mit welchen Auflagen die Anlagen wieder in Betrieb gehen, ist völlig offen. Momentan verfügt EDF noch über rund 65 Prozent der sonst üblichen Atomenergiekapazität. Die Börsenstrompreise schossen von unter 40 Euro auf zeitweise über 125 Euro pro MWh und haben sich zurzeit bei 75 Euro eingependelt. Bei ungewöhnlicher Kälte dürften sie weiter steigen. In Deutschland kletterten die Preise von von knapp 30 Euro Anfang August auf inzwischen bis zu 47 Euro pro MWh.

Deutscher Grünstrommarkt als Retter in der Not

Die deutschen HändlerInnen und ProduzentInnen wittern ein gutes Geschäft, denn die Franzosen setzen nun ausgerechnet auf den deutschen Grünstrommarkt große Hoffnungen. Frankreichs Regierung fürchtet, dass im Winter der Strom knapp wird und schmiedet Notfallpläne. So sollen VerbraucherInnen z.B. bei Engpässen keine Waschmaschinen benutzen, um einen Blackout zu verhindern.

Problem bestand seit Jahren

Erste Hinweise hatte die französische Atomaufsicht schon Ende 2014 bei einer Routinekontrolle des Prestigeprojektes Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) von Areva und EDF erhalten. Dabei fiel auf, dass von Areva gelieferte Bodenplatten und Deckel für den Reaktordruckbehälter sowie Schmiedeteile für die Dampferzeuger aus einem fehlerhaften Stahl bestanden, der dem Druck nicht auf Dauer Stand halten könnte. Es zeigte sich, dass das Problem seit Jahren bestand und der Stahl in rund zwei Dutzend Reaktoren verbaut worden war. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass auch ein japanischer Lieferant sicherheitstechnisch bedenkliche Bauteile für französische AKW geliefert haben könnte. Zudem könnten auch Sicherheitszertifikate manipuliert worden sein. EDF-Aktien sind mittlerweile auf unter zehn Euro gefallen.

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