Ostwind. An Energie gewinnen.

Das Netzwerk der Energiewende-Gegner und Klimawandel-Leugner

26.02.2021

Neue Recherche-Studien zur Anti-Windkraft-Lobby

Die Umweltorganisation Greenpeace hat ein Dossier mit Recherchen zu Anti-Windkraft-Organisationen veröffentlicht. Darin sprechen die AutorInnen von "einem Netzwerk von Gegnern der Energiewende, unterstützt von der Industrie".

Allen voran steht die "Bundesinitiative Vernunftkraft e.V.", deren Vorsitzender Nikolai Ziegler als Referent im Bundeswirtschaftsministerium arbeitet und eine Schlüsselfigur in der Anti-Windkraft-Bewegung ist. Als einer von mehreren sogenannten "Multifunktionären" ist er in zahlreichen weiteren Vereinen im Vorstand oder Co-Vorsitzender, so beispielsweise im "Verein für Landschaftspflege und Artenschutz" (VLAB) oder dem "Bundesverband Landschaftsschutz" (BLS). Letzterer hat enge Verbindungen zur Aluminium- und Kohleindustrie.

"Es ist legitim, wenn sich Betroffene vor Ort gegen Anlagen wehren. Das hier ist aber eine organisierte Lobby von einzelnen Strippenziehern und Multifunktionären mit engen Verbindungen in die Industrie, die durch die Republik reisen, um Windanlagen zu verhindern", kritisiert Greenpeace-Experte Karsten Smid.

Eine weitere Studie des Rechercheteams "Europäische Energiewende Community" hat die Behauptung von Windkraftgegnern, in Deutschland gäbe es über 1.000 Bürgerinitiativen gegen Windenergie, näher untersucht. Dazu wurden Daten der Webseiten von vernunftkraft.de und windwahn.de heruntergeladen, als Listen aufbereitet und harmonisiert.

Im Ergebnis stellten die Autoren fest, dass es statt der viel beschworenen 1.000 nur rund 290 aktive Initiativen gibt. Dagegen täuschen sehr viele Mehrfacheinträge und inaktive oder nicht mehr erreichbare Einträge auf den genannten Seiten eine größere Aktivität gegen Windkraft vor. Die große Mehrheit in Deutschland befürworte Klimaschutz und den Ausbau der Windenergie, so die Studie.

> SPIEGEL-Hintergrundartikel "Die Anti-Windkraft-Bewegung"

zurück